Edo Venus – Vorerst wieder Nr. 1

Nach dem Sieg im St. Leger wird das Duell gegen MS Dreamer erwartet

Edo Venus meldete sich mit seinem Sieg im 22. Badener Traber St. Leger, das er in 1:16,5/2100 auf nach sintflutartigen Regenfällen aufgeweichter Bahn mit Christoph Schwarz gewann, eindrucksvoll an die Spitze des Jahrgangs zurück. Allerdings in Abwesenheit von Derbysieger MS Dreamer, der das Rennen ausließ und erst am 8. September in der Breeder's Crown im Magna Racino sein Comeback gibt. Dieses Duell wird von den Fans mit Spannung erwartet, vielleicht kann aber auch Stuten-Derby-Siegerin Four Roses Venus, die im St. Leger einmal mehr an ihrem Nervenkostüm während der Startphase scheiterte, einen Dreikampf daraus machen.

Edo Venus 2013 08

Bei abenteuerlichen Bedingungen lässt Edo Venus die Konkurrenten Ribery (7) und Seyffenstein deutlich hinter sich.   Foto: www.pferderennfoto.at

Edo Venus

Pedigree Edo Venus
www.thebloodbank.info

Windaisy1

Windaisy Venus, geb. 2013
Foto: www.stall-venus.com

Die Geldrangliste des Jahrgangs 2009 vor der Breeder's Crown im Magna Racino (28.000 Euro, Startnummernverlosung) sieht per 26. August so aus:

1. Edo Venus (Edu's Speedy – Windaisy – Speedy Crown)
1:13,6 – 74.215 Euro (Jahresgewinne: 22.975 Euro)
2. MS Dreamer (Edu's Speedy – Top Quality – Southwind Pinnacle)
1:15,6 – 57.170 Euro (Jahresgewinne: 34.380 Euro)
3. Four Roses Venus (Buzz Saw – Four Roses – Bosphorus)
1:15,3 – 43.535
 Euro (Jahresgewinne: 9.255 Euro)

Verbleiben wir beim St. Leger. Das Pedigree des Siegers Edo Venus ist hochinteressant. Vater ist Österreichs Hengstechampion Edu's Speedy (Deckhengste-Championat 2013), Mutter die 1994 in Deutschland geborene Speedy-Crown-Stute Windaisy, deren Mutter Witsend's Love (v. Bonefish) trächtig mit ihr nach Deutschland kam. Windaisys Mutter brachte in Deutschland Its Willy 1:15,0 oder Waytolove 1:15,4 (beide v. Diamond Way). Windaisy selbst fohlte in Deutschland von 2000 bis 2005 vier Mal, bis auf Wodonja 1:17,6 (v. Diamond Way), die nach Finnland exportiert wurde, blieb sie allerdings wirkungslos.

Adrian Chip 1

Adrian Chip
Foto: Gerard Forni

LiBECCIO GRIf CopCup 2011

Libeccio Grif
Foto: Gerard Forni

Trächtig nach Freiherr As gelangte Windaisy nach Österreich, ihr Erstling (2007) namens Willy Venus 1:16,6 war bzw. ist ein recht flinker Patron, allerdings mit starken Leistungsschwankungen. Ihr 2008 geborener Hengst nach Tarport Goal SL ging ein, 2009 folgte Edo Venus, erstmals von Edu's Speedy. 2010 fohlte sie eine Stute, 2011 einen Hengst nach dem Champion; 2012 folgte ein Hengst, heuer eine Stute nach dem Muscles-Yankee-Sohn Incredible Hulk.

Edo Venus weist in seinem Pedigree ein recht auffälliges 4x2-Linebreeding auf Speedy Crown auf. Seine vierte, 1958 geborene Mutter Hoot Nimble brachte mit nicht weniger als 18 Fohlen (darunter fünf Stuten) gehörigen Wind in diesen Zweig der maternalen Linie. Darunter war etwa der Stakes-Hengst Hoot Speed, der später Stallion-Dienste in Deutschland versah und u.a. Vater von Dizam Speed wurde. Aber auch die Stute Clever Diller, dritte Mutter von Waikiki Beach, Vater von Varenne, gewinnreichstes Trabrennpferd aller Zeiten. Weitere Klassepferde dieser US-Mutterlinie der um 1875 geborenen Stute Sally Ann Shuter waren etwa der Italiener Libeccio Grif 1:10,7 – 711.900 EUR, 2011 Sieger im Copenhagen Cup und im Gran Premio di Lotteria, der amerikanische Hambo-Heat-Sieger und Orsi-Mangelii-Gewinner Adrian Chip 1:09,4 – 1,1 Millionen USD (beide v. Andover Hall), der italienische Derby- und Orsi-Mangelli-Sieger Fairbank GI 1:11,3 – 616.972 EUR (v. Lemon Dra), der aktuelle dänische Championhengst Great Challenger 1:11,8 (v. Conway Hall) oder in früheren Generationen namhafte Pferde wie Keystone Harem, Al Joe, Nimble Boy, Nimble Colby bzw. der schwedische „Hall of Famer” Bulwark, ein gebürtiger Amerikaner.

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