Rennkarriere beendet für Googoo Gaagaa

Atemprobleme nicht in den Griff zu bekommen – Zukunft als Deckhengst in den Sternen

Der nicht nur dank seines Crossovers an Traber- und Pacerblut und wohl auch seines außergewöhnlichen Namens zu Berühmtheit gelangte, 2009 geborene Hengst, musste von seinem Züchter und Besitzer Richard Hans aus dem Rennbetrieb genommen werden, zumal sich die Atemwegsprobleme trotz zweier Operationen nicht beheben ließen. Googoo Gaagaa blieb zweijährig ungeschlagen und hatte 2012 vor allem dreijährig eine enorme Saison, als er neun von 14 Rennen gewann und über 624.000 Dollar verdiente. Auf Pocono lief er den nach wie vor gültigen Dreijährigen-Weltrekord von 1:08,9, im August desselben Jahres zeigte er mit einem Sieg im mit 500.000 Dollar dotierten Colonial in Chester über Hambletonian-Sieger Market Share, dass er gegen die Besten des Jahrgangs reüssieren kann.

GooGaGa051112r5

Googoo Gaagaa auf The Meadowlands im Jahr 2012   Foto: Michael Lisa

Doch vierjährig traten die Atemprobleme massiv auf und der Hengst konnte nie an seine Leistungen als Dreijähriger anschließen. Richard Hans meinte, es sei zum Verzweifeln, da das Pferd vom Gang her absolut gesund sei, sich aber sprichwörtlich die Lunge aus dem Hals huste. Hans bereut es nun auch, das Pferd dreijährig nicht verkauft zu haben, denn es waren genügend extrem hohe Angebote aus den USA und auch Schweden vorhanden. Die Rennkarriere von Googoo Gaagaa findet man hier.

Auffällig am Pedigree von Googoo Gaagaa ist natürlich die Tatsache, dass sein Vater ein Passgänger und seine Mutter eine Traberstute ist. Das kam eher zufällig, da Richard Hans seine Stute Kora’s Trotter zu einem Traberdeckhengst geschickt hatte, sie von diesem jedoch nicht aufnahm. Um nicht eine Saison zu verlieren, wurde die Stute kurzerhand von Cam’s Rocket, im Mitbesitz von Hans’ Bruder Roger stehend, gedeckt. Das Ergebnis war ein enormes Pferd, dass seine Anlagen im Trab hatte. Nun ist es ja keineswegs das erste Mal, dass so eine Kombination Erfolg hatte, siehe etwa das Beispiel Zoot Suit, bei dem allerdings die Mutter die Pacerin war und von Nevele Pride gedeckt wurde. Ob Googoo Gaagaa in seiner neuen Karriere als Deckhengst ähnlich erfolgreich sein wird wie Zoot Suit, bleibt bei den stets doch recht eigenwilligen Plänen von Richard Hans eher zu bezweifeln. Dieser meinte, dass er seine vier eigenen Stuten mit dem Hengst bedecken werde, dazu noch ein paar wenige von Leuten, die bei ihm angefragt haben. An einer kommerziellen Laufbahn als Stallion auf einer der großen Farmen ist Hans für sein Pferd (vorerst) nicht interessiert...
Mehr Informationen zu Cam’s Rocket findet man hier.

Googoo Gaagaa

Pedigree Googoo Gaagaa   www.thebloodbank.info

Dies ist sicher schade, denn Googoo Gaagaa war ja nicht nur ein enormes Rennpferd, sondern konnte auch durch eine gewaltige Aktion vor allem der Vorderhand beeindrucken. Zudem ist der Hengst ja ein absoluter Prototyp eines Outcrossers, der noch dazu erst ab der 6. Generation die erste Inzucht aufweist (beginnend mit dem 1926 geborenen Volomite). Das Prunkstück im Pedigree von Googoo Gaagaa ist aber mit Sicherheit die Mutterlinie an sich. Zwar sieht man auf den ersten Blick eher unbekannte Namen von in der Provinz deckenden Hengsten wie etwa den Speedy-Somolli-Sohn Veeba Rova, doch letztlich ist es die enorme Mutterlinie der 1881 geborenen Mambrino Beauty, die über ihre 1906 geborene Tochter Nervolo Belle zu Berühmtheit gelangte, vor allem in den letzten Jahren sind die Erfolge dieser Mutterlinie evident und zugleich enorm. Interessant ist auch die Tatsache, dass Nervolo Belle selbst wie auch Googoo Gaagaa ein Zufallsprodukt war. Sie sollte eigentlich vom damals sehr beliebten Jay McGregor gedeckt werden, nahm jedoch nicht auf und so wurde der 1896 geborene Nervolo ihr Partner, der insgesamt allerdings wenig Meriten hinterließ. Nervolo Belle hingegen brachte dann gleich zwei Weltrekordler, Peter Volo und The Great Volo, ihre Linie setzte sich vor allem über ihre Tochter Volga E (*1913) erfolgreich fort.

nervolobelle1


Tamin Sandy 1993

Tamin Sandy im Europa-Championat der 3-Jährigen, München-Daglfing 1993
Foto: Nikolaus Matzka

BRIONI OLYMPIATRAVET2011

Brioni im Olympiatravet 2011
Foto: Gerard Forni

Chronologisch von der Neuzeit des Trabens ausgehend, findet man in dieser Mutterlinie Spitzenkönner des Trabrennsports wie die Superstute Check Me Out (v. Donato Hanover), den Ausnahmehengst Muscle Hill (v. Muscles Yankee), den US-Doppelmillionär Corleone Kosmos (v. S J’s Photo), die ohne Nachkommen eingegangene Weltrekordlerin Snow White (v. Self Possessed), den Linien-Neugründer Garland Lobell (v. Abc Freight), die so erfolgreichen US-Stallions Donato Hanover (v. Andover Hall), Kadabra (v. Primrose Lane) und Yankee Gilde (v. Valley Victory), den Hambosieger Windsong’s Legacy (v. Conway Hall), den Hambosieger-Vater RC Royalty (v. Credit Winner), den 1,5 Millionen-Dollar Gewinner Supergrit (v. Supergill), den deutschen Elitlopp-Sieger und Deckhengst Brioni (v. Timberland), den italienischen Heat-Spezialisten Mack Grace SM (v. CCs Chuckie T), die schwedische Zehnfach-Millionärin Camilla Highness, die schwedische Fast-Sechsfach-Millionärin Fascination (beide v. Super Arnie), den schwedischen Fünffach-Millionär Improve Ås (v. Tagliabue), den deutschen Spitzentraber Indigious (v. Prodigious), den deutschen Derbysieger Tiger Woods As (v. Quick Wood), den Italiener Leben RL (v. Supergill), Norwegens Abo-Stallion-Champion Super News (v. Super Bowl), den holländischen Derbysieger Davy Boko (v. From Above), den dänischen Derbysieger Esterel Sunset (v. Victor Victor), die deutsche Stuten-Derby-Siegerin Fräulein Wunder (v. Love You), Hunyady-Doppelsieger Oak General (v. Prakas), den für Österreich in den nächsten Jahren wichtig werdenden Stallion Incredible Hulk (v. Muscles Yankee) oder mit Akkon einen der besten Traber Österreichs der letzten Jahre, um nur die Bedeutung dieser Mutterlinie ab dem Jahr 2000 zu beleuchten.

Muscle Hill 2009 08 08

Muscle Hill im Hambletonian 2009   Foto: Gerard Forni

Donato Hanover Foreman

Donato Hanover (mit George Foreman, l.) im Hambletonian 2007
Foto: Gerard Forni

Cam Fella1

Insgesamt stammen aus dieser Linie fünf Hambletonian-Sieger (Rosalind, Scott Frost, Windsong’s Legacy, Donato Hanover und Muscle Hill) und zwei Elitloppet-Sieger (Napoletano und Brioni). Frühere Top-Pferde dieser Mutterlinie waren u. a. Evita Idzarda (v. Reado), Fern, No Nonsense Woman (beide v. Sierra Kosmos), Houston Laukko (v. Choctaw Brave), Cezio Josselyn (v. Armbro Goal), Tamin Sandy (v. Speedy Tomali), Profumo OM (v. Super Bowl), Hawk Laukko (v. Choctaw Brave), Nealy Lobell (v. Speedy Crown), Shesellseashells (v. Bonefish), JEF’s Spice und Napoletano (beide v. Super Bowl), Sorrento (v. Reprise), Toppino (v. Cheetah), Flak Bait (v. Speedy Somolli), TV Yankee (v. Speedy Crown), Steno (v. Oriolo) oder aber auch viele namhafte Pacer.


2014_03

Cam Fella2

© Nikolaus Matzka 2013–2017