Prix d’Amérique 2016

Ein paar Facts zur Zucht des seit 1920 ausgetragenen Rennens

BOLD EAGLE1PRIX AMERIK

Glänzende Sieger im Prix d’Amérique 2016: der fünfjährige Bold Eagle und Franck Nivard   Foto: Gerard Forni

Nach dem imposanten Sieg von Bold Eagle in der Rennrekordzeit von 1:11,4 über 2700 Meter ergeben sich folgende neue Fakten:

Mutterlinie:

Während bei den Vaterlinien der Trend eindeutig in Richtung Nordamerika geht, so schöpften in den vergangenen zwei Jahren die französischen Mutterlinien aus ihrem nach wie vor reichhaltigen Repertoire (Statistik 1920 bis 2016). 2015 gewann mit Up and Quick ein Hengst aus der Linie der Duegne, heuer entspringt Bold Eagle der Linie der Reveuse. Wir haben diese Linie, aus der Traber wie Reine du Corta, Risque Tout, Brillantissime und eben Bold Eagle hervorgingen, schon vor etwa einem Jahr genau unter die Lupe genommen, bitte lesen Sie diesbezüglich hier weiter.

Volomite

Ein Triumphzug durch die Jahrzehnte: Volomite, die erfolgreichste Vaterlinie im
Prix d’Amérique.
Alle Sieger gehen auf
Star’s Pride zurück.

Vaterlinie:

15 Siege, davon 7 in den letzten 12 Jahren – und davon 5 Franzosen! Weltrekord im Prix d’Amérique! Wir sprechen von der Vaterlinie von Volomite, und da natürlich vom Zweig von Star’s Pride. Seit 1964 gehen alle Sieger im Prix d’Amérique dieser Linie auf den Granden der amerikanischen Trabrennzucht zurück. Eine Übersicht der Generationen:

1964: Star´s Pride – Nike Hanover
1994: Star´s Pride – Nevele Pride – Bonefish – Sea Cove
1995: Star´s Pride – Super Bowl – Allen Hanover – Ina Scot
1998: Star´s Pride – Florestan – Off Gy – Dryade des Bois
2005: Star´s Pride – Nevele Pride – Bonefish – Mickey Viking – Viking´s Way – Jag de Bellouet
2006: Star´s Pride – Super Bowl – Super Arnie – Gigant Neo
2009: Star´s Pride – Nevele Pride – Timberland – Voici du Niel – Meaulnes du Corta
2011: Star´s Pride – Nevele Pride – Bonefish – Mickey Viking – Viking´s Way – Indy de Vive – Ready Cash
2012: Star´s Pride – Nevele Pride – Bonefish – Mickey Viking – Viking´s Way – Indy de Vive – Ready Cash
2014: Star´s Pride – Super Bowl – American Winner – Viking Kronos – Maharajah
2016: Star´s Pride – Nevele Pride – Bonefish – Mickey Viking – Viking´s Way – Indy de Vive – Ready Cash – Bold Eagle 

Nevele_Pride

Nevele Pride und Stanley Dancer –
der Hengst war eine Enttäuschung als Stallion in Amerika, hingegen ein Juwel (nicht nur) für Frankreich.

Letztlich eine schier sensationelle Entwicklung. Man frage gar nicht, sollte das französische Gestütsbuch endlich wieder geöffnet werden, welch Leistungsexplosionen vermutlich möglich wären. Wir werfen an dieser Stelle ein: Valley Victory, und sei es nur auf der Mutterseite wie etwa bei Donato Hanover, hat bislang praktisch keinen Einzug in das französische Gestütsbuch bekommen – es wird Zeit für eine Verbesserung.

Deckhengst:

Erst drei siegreichen Hengsten in der nunmehr fast hundertjährigen Geschichte des Rennens ist es gelungen, Sieger zu reproduzieren:
Passeport (Sieger 1923 & 1924): Amazone B (Siegerin 1930 & 1933), Nebuleuse V (Siegerin 1943)
Lurabo (Sieger 1984): Abo Volo (Sieger 1997)
Ready Cash (Sieger 2011 & 2012): Bold Eagle (Sieger 2016)

Durch den Sieg von Bold Eagle ist es erstmals der Fall, dass amerikanische Vaterlinien die französischen überflügelt haben, es steht nunmehr 48 zu 47 für Nordamerika gegenüber Frankreich (ebenfalls Statistik 1920 bis 2016). Dies wird sich im Laufe der weiteren Geschichte des Rennens nur mehr zugunsten des US-Standardbreds entwickeln, da eine Rückkehr einer der ur-französischen Vaterlinien, etwa jener von Fuschia, so gut wie ausgeschlossen scheint. Bold Eagle, der ja schon heuer deckt und für den es 2016 keinen Sprung mehr gibt (wie für Ready Cash auch), könnte also der erste Hengst im PdA sein, der sozusagen eine Triplette für seine direkte Vaterlinie schaffen könnte.


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© Nikolaus Matzka 2013–2023