Traumstart für Sebastian K.

Wer hätte das gedacht?!

In Schwedens Fachgazette Travronden war kürzlich ein Artikel von Chefredakteur Claes Freidenvall zu lesen, aus dem hervorging, dass Sebastian K., der 2016 erstmals deckt, tatsächlich ein volles Buch an Stuten bekam (in diesem Fall 133).

SEBASTIAN K

Sebastian K. mit Ake Svanstedt in seiner zweiten Heimat USA   Foto: Gerard Forni

Der weltschnellste Traber aller Zeiten (1:07,7) deckt auf der wohl bekanntesten aller US-Farmen für 6.000 Dollar Decktaxe, Hanover Shoe Farms („World’s Leading Horse Breeder“) selbst schickt 20 ihrer Stuten zu dem schwedisch gezogenen Halbfranzosen. Womit das Stichwort gegeben ist: Viele Kenner der Branche waren skeptisch, wie sich die Züchter verhalten mögen, denn die US-Zucht hat mit französischem Blut bis auf wenige punktuelle Ausnahmen eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht, Hengste wie etwa Quel Veinard in den 1950er-Jahren wurden gar als „Roadblocks” (Straßensperren) bezeichnet. Sebastian K. trägt über seinen Vater Korean (Nachkommen) rund 33% französisches Blut, also ein Drittel. Gepaart mit Stuten, die praktisch ausnahmslos US-Standardbred-Blut aufweisen, ergibt das noch immer einen Franzosenanteil von 16,5% – viel für den US-Rennsport, in dem es nach wie vor um „early speed” geht.

Nach dem Desaster um Quel Veinard waren die Amerikaner für lange Zeit von französischem Blut geheilt, einmal mehr die internationalen Zuchtbemühungen von Jean-Pierre Dubois machten einen Austausch wieder möglich. Das letzte große Ding mit Franzosenblut war allerdings Revenue, der von Reve d’Udon abstammt. Nicht viele amerikanische Züchter waren zufrieden mit ihm, allerdings konnte man bei Nachkommen wie dem ersten Hambletoniansieger mit Franzosenblut, Market Share (3,7 Millionen Dollar Gewinne!), oder den Dollarmillionären Hot Shot Blue Chip und Break The Bank K bzw. anderen brauchbaren Pferden keineswegs von einem Versager sprechen.

Pedigreemäßig darf man sich von den Nachkommen Sebastian Ks einerseits keine besonderen links erwarten, ausgenommen vielleicht diverse Linebreedings auf die „Inzucht-Giganten” Super Bowl (Vater von Sebastian K.s Muttervater Probe) und Speedy Crown (Muttervater von Probe), andererseits warten viele Amerikaner doch schon sehnsüchtig auf einen Ostcross-Hengst, nachdem etwa Kadabra – allerdings auch 2016 „Boof full and closed” – etwas in die Jahre kommt und nach wie vor nicht eben günstig ist (12.000 Dollar).

Sebastian K bekommt als Deckhengst eine besonders gute erste Chance, wenn man die Stuten betrachtet, die er zur Bedeckung erhält. Neben Spitzen-Rennstuten wie etwa Hawaiianphotograph (S J’s Photo – Hawaiian Rose – Sierra Kosmos) 1:11,2 – 635.522 USD oder Somebody To Love (Angus Hall – Pick Me Up – Malabar Man) 1:11,6 – 618.686 USD auch die enorm schnellen Margarita Mary (Andover Hall – Pacific Photo – S J’s Photo) 1:10,2 bzw. Nf Happenstance (S J’s Caviar – Moira Hall – Conway Hall) 1:09,8 oder etwa mit Mrs D (Chocolatier – Quillo – Trottin Happy) 1:11,5 eine Halbschwester zu Kadabra, mit Blazing Musclegirl eine nahe Verwandte zu Hambletonian-Sieger Trixton oder die Muscle-Hill-Tochter Riley’s Dream 1:10,9 (nachstehend das hypothetische Pedigree des Fohlens).

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© Nikolaus Matzka 2013–2017