Galopprennsport in Panamá City

Ein Besuch des Hipódromo Presidente Remón

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Die Galopprennbahn in Panamá City vor dem ersten Rennen

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Zufahrt zum Hipódromo

Ticket

Eintrittskarte ...

Ein Bericht von Nikolaus Matzka

Unter anderem eine Durchquerung des berühmten Kanals führte mich nach Panamá. Da es am 6. März auch eine Veranstaltung auf der in Panama City gelegenen Galopprennbahn gab, nahm ich diese Gelegenheit wahr.

Programm

… und Rennprogramm

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Wetthalle

Ich erfuhr, dass die Geschichte der Pferderennen in Panamá bis ins Jahr 1880 zurückreicht, es wird vermutet, dass es sich um französische Pferde handelte (Frankreich baute von 1880 bis 1904 am Panamakanal, scheiterte aber letztlich, die Vereinigten Staaten von Amerika vollendeten das gigantische Vorhaben schließlich im Jahr 1914). Am 15. Oktober 1922 wurde der Panama Jockey Club gegründet, dieser besteht nunmehr 94 Jahre. Am selben Tag wurde auch das erste Hippodrom, damals namens Juan Franco, eröffnet.

Es dauerte bis zum 14. Juli 1956, da das neue Hipódromo Presidente Remón an anderer Stelle eröffnet wurde; tausende PanamaerInnen versammelten sich zu diesem historischen Moment in ihrem schönsten Outfit. Heuer feiert die Rennbahn, auf der per Satellit seit 1998 auf die großen Rennbahnen der USA gespielt werden kann, ihren 60. Geburtstag.

Panamás großer Stolz und eine Art Nationalheld ist Laffit Pincay Jr., einer der besten Jockeys aller Zeiten. Pincay Jr. ist selbst nach seinem Karriereende im Jahr 2003, also 13 Jahre später, nach wie vor der Jockey mit den zweitmeisten Siegen, er gewann nicht weniger als 9.530 Rennen (davon selbstverständlich die meisten in Nordamerika) und trat verletzungsbedingt als gewinnreichster Reiter aller Zeiten ab, bis jetzt nur überflügelt von Russell Baze (per Februar 2016 über 12.700 Siege).

Bevor wir zur Fotostrecke kommen, noch ein paar Eindrücke zum Lokalkolorit auf der panamaischen Rennbahn: Wie auf vielen Rennbahnen der Welt war auch hier aufgrund der sich verändernden Wettmöglichkeiten nicht wirklich viel los. Und wie im Land selbst auch, herrschte eine Zweiklassen-Gesellschaft, im VIP-Bereich die Repräsendanten der Britischen Botschaft sowie des British Chamber of Commerce mit Sponsoren wie Heineken, Lufthansa, Ralph Lauren, Johnnie Walker, etc., die u.a. den Klassiker „The Queen´s Cup” um über 20.000 Balboa (1:1 an den US-Dollar angebunden) Dotation ermöglichten, auf der anderen Seite das gemeine Volk (unter das ich mich mischte), das durchaus rege und lautstark den Wetten zusprach, scheinbar aber auch wegen des reichhaltigen – und vorzüglichen – Mittagsbuffets um wohlfeile 3,50 Dollar erschienen war. Auf der anderen Seite wiederum trotzten vor allem die angelsächsischen Herren mit Frack und Zylinder den Temperaturen (33 Grad Celsius) ...

Der Sieger im Queen´s Cup war übrigens der favorisierte amerkanische Fuchs-Hengst Salustio, dessen Pedigree einmal mehr auch an Traber-Zuchtmuster erinnert. Neben diesem Klassiker richtet Panama in unregelmäßigen Abständen vor allem den Clasico Internacional del Caribe aus, zuletzt im Jahr 2015 (spektakuläres Finish!). Dieses „Karibische Derby” besteht seit 1966, findet heuer zum 49. Mal (1972 und 1979 wurde das Rennen nicht gelaufen) statt, diesmal wieder in Canóvanas auf Puerto Rico, wo der Bewerb schon 25 Mal stattfand. Erstaunlich dabei die Auflistung der „Ganadores” nach Ländern:

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...

14 Siege: Panamá
13 Siege: Venezuela
11 Siege: México
  8 Siege: Puerto Rico
  1 Sieg:   Dominikanische Republik
  1 Sieg:   Kolumbien

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Blick auf den Zielbereich


Links:

Laffit Pincay Jr.
Laffit Pincay Jr. auf Affirmed
Legendäres letztes Duell zwischen Affirmed und Alydar 1978. Affirmed mit Pincay Jr. gewinnt, wird jedoch wegen Behinderung zurückversetzt (letzter Bogen).

Website Hipódromo Presidente Remón
Ergebnisse des Renntages

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Der VIP-Bereich

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Die Haupttribüne

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Finish des 1. Rennens ...

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… und die Siegerehrung

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Statue von Laffit Pincay Jr.

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Viel war letztlich nicht los.

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Weitere Sieger ...

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… des Renntages

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The Biodiversity Museum:
Panama Bridge of Life

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Erstaunliches im BioMuseo:
Die nächsten Verwandten zum südamerikanischen Pferd:
 Nashorn und Tapir

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Ausgestorben am amerikanischen Kontinent sage und schreibe im Jahr 9.000 vor Christus ...


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… wurde das Pferd erst 1493 von Christoph Columbus in diese Hemisphäre wieder eingeführt. 

Etwaigen Panamá-Reisenden sei – neben der sehr schönen Altstadt Casco Viejo (inklusive dem Kanalmuseum) – besonders das BioMuseo des enorm einflussreichen Architekten Frank Gehry ans Herz gelegt, eine herrliche Oase in der sonst doch sehr lauten und offensichtlich nicht immer dem aktuellen Gedanken der Reduktion von CO2 entsprechenden Stadt Panamá City. Gehry entwarf unzählige prämierte Gebäude, am nachhaltigsten wohl das Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao. Allein durch dieses Werk erfuhr die gesamte Region spätestens ab den 2000er-Jahren einen in jeglicher Hinsicht enormen Aufschwung.

Gehrys zweite Ehefrau ist Panamaerin, auch aus diesem Grund errichtete der Architekt das Museo de la Biodiversidad, oder eben kurz BioMuseo genannt. Das 2014 eröffnete Haus zeigt in stringenter, vielfach interaktiver Form die enorme Entwicklung (schlag nach unter Biodiversität) allein anhand eines vergleichsweise kleinen Landes wie Panamá.
















































































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Walt Disney Concert Hall in Los Angeles von Frank Gehry







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Skyline von Panama City 

aus der ...









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… Sicht von Casco Viejo







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Ihr Chronist
im Panamakanal
 Alle Fotos von Nikolaus Matzka








































2016_03


© Nikolaus Matzka 2013–2017