Noras Bean beendet seine Karriere

Zweite Karriere im Gestüt mit ungewöhnlicher Mutterlinie

Recht kurz vor dem „Olympiatravet” wurde Noras Bean aus dem Starterfeld gestrichen, kurz darauf wurde bekannt, dass er seine Karriere wegen anhaltender Probleme an den Pedalen beenden musste. Der Neunjährige gewann bei einem Rekord von 1:11,3 rund 11,4 Millionen Schwedenkronen, seinen größten Erfolg feierte erst heuer im Pariser Wintermeeting mit dem überraschenden Sieg im Prix de France dank herausragender Steuerung seitens Björn Goop. Noras Bean soll nun als Deckhengst Verwendung finden, wir wollen uns seine Blutlinien näher ansehen.

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Mit durchdringendem Speed sicherte sich Noras Bean (1) mit Björn Goop den Prix de France 2014.   Foto: Gerard Forni

Der Hengst ist ein Sohn des oftmaligen schwedischen Championhengstes Super Arnie (siehe dazu auch unser Artikel Super Arnie ist tot), der noch auf einen absolut durchschlagskräftigen Sohn wartet, wenngleich sein Prix d’Amerique-Sieger Gigant Neo in letzter Zeit vor allem als Stutenvererber (u.a. Amazon Am) wieder stark in den Vordergrund trat. Die Nachkommen von Super Arnie findet man hier, der Hengst ist auch als Mutterstutenvater schon in Erscheinung getreten, u.a. durch Giant Superman (v. Giant Force), Bobtail (v. Juliano Star), Reven d’Amour (v. Revenue), Aisle Stand (v. Scarlet Knight) oder Indigous (v. Prodigious), in Österreich stammt der heurige Derby-Vorausfavorit Tosca Victory aus einer Super-Arnie-Tochter.

Noras Bean

Pedigree Noras Bean   www.thebloodbank.info

Noras Beans Muttervater ist Songcan, einer der stärksten Vertreter der vom Aussterben bedrohten Axworthy-Linie, der sich in den USA mit Super Bowl legendäre Schlachten lieferte. Songcan, slebst Vater u.a.v. Nearly Perfect, ist auch als Mutterstutenvater bestens vermerkt, vor allem durch den Prix d’Amerique-Sieger Sea Cove (v. Bonefish), der ja leider steril war und keine Nachkommen abliefern konnte. Aber auch an Clash Hammering (v. Count’s Pride), Gypsy Balance (v. Balanced Image), Mastery (v. Supergill), der für die französische Zucht so wichtige Mickey Viking (v. Bonefish) oder Newmarket (v. Pershing) erinnern an Songcan als Muttervater.

Morpheus Neo 2008 05 10

Morpheus Neo, Sieger im Präsidenten-Preis 2008
www.pferderennfoto.at

Das Interessanteste am Pedigree von Noras Bean scheint seine Mutterlinie zu sein, die nicht sehr oft zum Vorschein kommt. Es ist jene der Amerikanerin Mary Phelbs, die in den siebziger Jahren des
19. Jahrhunderts geboren wurde. Ihre 1915 geborene Urenkelin Lena The Great wurde nach Frankreich exportiert und vom dortigen Hengst Passeport gedeckt, woraus die Stute Galbeuse B (*1928) resultierte. Deren 1970 geborene Urenkelin Epee De Corcelle gelangte nach Dänemark, deren Tochter Giselle K. (*1980) wiederum nach Schweden. Durch diesen französischen Einschlag trägt Noras Bean rund 5% Franzosenblut in sich.

Giselle K.s rechte Schwester, die 1981 geborene Hiselle K. (beide von Way To Fame), wurde nach Österreich importiert und brachte da für den Stall Margarita sieben Nachkommen, darunter den Zuchtrennsieger He’s Super (v. Native Reel). Ihr letzter Nachkomme, die Stute Hiselles Star (v. Somolli Star), wurde Mutter des Präsidenten-Preis-Siegers Morpheus Neo, der wie Noras Bean von Super Arnie abstammt.

Insgesamt ist diese Mutterlinie allerdings sehr arm an internationalen Siegern höherer Rennen, außer den erwähnten Pferden gab es nur äußerst punktuelle Erfolge in Frankreich, davon soll der Hengst Habitat (v. Vicomte de Yet) mit über 500.000 Euro an Gewinnen erwähnt sein. Bleibt also zu beobachten, ob sich diese Linie mit Noras Bean in der Zucht weiterentwickeln kann.

2014_05

Nachtrag (2014_09): Nicht lange hat es gedauert, bis Noras Bean wieder siegreich am 21. September auf die Rennbahn zurückkehrte, nachdem er im Gestüt auf xx Stutenbelegungen kam.

© Nikolaus Matzka 2013–2017