Auktionen in Österreich, Italien und Schweden

Sensationspreise beim Venus-Fest, Unglaubliche Auferstehung in Mailand, Bauchweh in Schweden

Royal Crown Venus 2013

Royal Crown Venus
Foto: www.stall-venus.com

Wir wollen diesmal von drei Auktionen berichten, die in letzter Zeit stattgefunden haben. Schon etwas länger zurück (30. & 31. August) liegt das Hof-Fest des Stalles Venus (dieser ist seit vielen Jahren der größte Züchter österreichischer Traber) im tschechischen Ledenice bei Budweis, das zu einem sensationellen Erfolg wurde. KR Johann Hochstaffl ließ diesmal von Conférencier Gerhard Reichebner – neben dem „normalen” Verkauf – drei Fohlen verauktionieren, was sich als Bombenidee herausstellen sollte. Die Bieter agierten entfesselt, das Resultat konnte für österreichische Verhältnisse als famos angesehen werden. Das erste Fohlen (Ausrufpreis war jeweils 10.000 Euro), eine Stute namens Windaisy Venus von Incredible Hulk a.d. Windaisy v. Speedy Crown, somit eine Halbschwester zum Jahrgangscrack Edo Venus, ging um nicht weniger als 20.200 Euro (+ 15% Mwst.) an den Stall Amanda von Tatjana und Reinhard Westermayr. Auch beim zweiten Fohlen ging es flott dahin, für die Stute Queen Lobell Venus (Charmy Skeeter a.d. Xea Lobell v. Cumin) legte Alfons Müller, der mit Lebensgefährtin Sabine Jackson deren rechte Schwester Xea Venus besitzt, 18.000 Euro auf den Tisch. Das dritte Fohlen, ein Hengst namens Royal Crown Venus (v. Incredible Hulk a.d. Four Roses v. Bosphorus), ein Halbbruder zur hochklassigen aktuellen Flieger-Derby-Siegerin Four Roses Venus sowie zur Seriensiegerin Fleur de Lee Venus, ging wieder an den Stall Amanda, 16.200 Euro wurden ausgelegt. Johann Hochstaffl entschied sich spontan, den Schwung dieser Auktion mitzunehmen und stellte zwei weitere Fohlen zur öffentlichen Verauktionierung, diesmal mit Ausrufpreis 6.000 Euro. Um 6.800 Euro ging Dandy Venus (Sarenne As a.d. Disneyland v. Diamond Way) weg, um 7.000 Euro kam King Attack Venus (Buzz Saw a.d. Grace Attack v. Kingfish), ein rechter Bruder zur Derby-Siegerin Black Attack, unter den Hammer.
Insgesamt konnte Hochstaffl von 57 Pferden (24 Fohlen, 18 Jährlinge, 13 Zweijährige und zwei Dreijährige) 25 Pferde direkt im Zuge des Festes verkaufen, 30 sind es augenblicklich, erfahrungsgemäß wechseln in den Monaten nach der Auktion weitere Pferde den Besitzer. Fotoimpressionen.

Toronto2509

Toronto As
Foto: Gerard Forni

Gab es nach der Mailänder ASTA-ANACT-Auktion am 13. & 14. September hängende Gesichter, so kam es bei der ebenfalls in Mailand abgehaltenen Auktion der ITS-ASTA am 23. September zu einer wundersamen Auferstehung. Wie wenn es im italienischen Trabrennsport keine Krise gäbe, schlugen die internationalen und nationalen Käufer zu. Tatsache ist, dass es im italienischen Sport wieder aufwärts gehen dürfte, ein Teil der ausständigen Gelder wurden ausbezahlt und auch diverse Rennbahnen (Neapel, Padua, auch für Mailand besteht wieder eine Möglichkeit) haben wieder geöffnet. Das Derby soll auf einer noch zu errichtenden Bahn innerhalb der Römer Galopprennbahn Capannelle am 7. Dezember gelaufen werden (Insider bezweifeln allerdings, dass sich dieses Vorhaben in Eile bewerkstelligen lässt und tippen auf eine Derby-Austragung in Turin oder Neapel).
Der Durchschnittspreis der verauktionierten Jährlinge lag bei dieser Veranstaltung bei 19.267 Euro, teuerstes Pferd war der Hengst Toronto As (Donato Hanover – Victoria Sib – Armbro Goal) mit satten 175.000 Euro, exakt 100.000 Euro kostete True Wise As (Yankee Glide – Pushover Hanover – Andover Hall). Sehr aktiv waren deutsche und hölländische Käufer, auch russische Interessenten schlugen zu. Neben Donato Hanover und Yankee Glide waren die „üblichen verdächtigen” Hengste am meisten gefragt, namentlich Love You, Varenne, Conway Hall, Cantab Hall, Andover Hall, aber auch je ein Youngster von Lucky Chucky, Muscles Yankee und Muscle Hill erzielten hohe Preise bei den vorgestellten Jährlingen (135 im Katalog, 124 im Ring, 86 verkauft (69%). Das Ergebnis.

Teuerste Jährlinge Kriterie

Die teuersten Jährlinge der Kriterieauktion.
www.asvt.se

Wohl nicht ganz nach Wunsch verlief hingegen die schwedische Kriterieauktion der ASVT, die vom 26. bis 28. September in Upplands Väsby nahe Stockholm abgehalten wurde. Das ohnehin nicht berauschende Ergebnis von 2012 wurde noch einmal unterboten. 72% der angebotenen Pferde wurden um einen Gesamtpreis von 23.759.000 Schwedenkronen verkauft, im Vorjahr waren es 77% bei einem Gesamtpreis von 25.010.000 SEK. Der Durchschnittspreis pro Pferd lag bei 78.413 Kronen (ca. 9.000 Euro), was einem knappen Plus von etwa 3% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Dies ermöglichten Käufer am ersten Tag, an dem – auch laut der Veranstalter-Website – die interessantesten 112 Jährlinge angeboten wurden. Teuerstes Pferd war die Stute Charlene Am (Yankee Glide a.d Klassestute Novelty As 1:11,1 v. Striking Sahbra) mit 610.000 Kronen, gefolgt vom Hengst Sambuca Knight  (Scarlet Knight – Lady Mirabelle – Jag de Bellouet) mit 450.000 SEK. Neben Scarlet Knight war Muscle Hill zweimal unter den 10 teuersten Jährlingen der Auktion als Vaterpferd vertreten. Das Ergebnis.
An dieser Stelle vielleicht noch ein kleiner Einwurf betreffend der Bedeckungen 2013 in Schweden. Im Jahr 1991 wurde erstmals die Möglichkeit des Gefriersamens angeboten, 39 Züchter beanspruchten dies. Im Laufe der Jahre steigerte sich die Zahl der Gefrierbesamungen im wichtigsten skandinavischen Traberland bis zur Spitzenzahl von 923 Bedeckungen im Jahr 2007, doch seitdem geht es in Windeseile bergab – 2013 nahmen „nur” mehr 590 Züchter die Gefrierbesamung in Anspruch, über 300 weniger innerhalb von nur 6 Jahren, auch das ist neben einem Minus von 6% an Gesamtbedeckungen alarmierend. Heuer waren die Franzosen Love You (111 Bedeckungen), Orlando Vici (78) sowie Prodigious (71) am meisten beansprucht. (Von den 112 physisch nach Frankreich geschickten Stuten – insgesamt wurden 222 schwedisch registrierte Stuten ins Ausland zur Bedeckung geschickt – wurden geschätzt etwa die Hälfte zu Ready Cash entsandt). 371 der 590 Gefrierbedeckungen fielen auf französische Hengste, der am meisten beanspruchte Amerikaner war heuer der in den obigen Betrachtungen immer wieder auftauchende Muscle Hill mit 37 Bedeckungen.


2013_09


© Nikolaus Matzka 2013–2018