Cagnes-sur-mer im Winter

Quick Fix ein neuer schwedischer Star? Zumindest „Pferd des Monats” in Schweden …


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Quick Fix gewinnt den mit 150.000 Euro dotierten Prix de la Côte d’Azur.   Foto: Gerard Forni

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Ihr Chronist ist neben den Rennen an sich an den stattfindenden Plätzen bzw. Locations und deren Umgebung interessiert. Darin unterscheidet er sich gar nicht viel von anderen Pferdebesitzern, die mitunter ihr halbes Leben mit ihren Pferden herumreisen und dadurch herrliche und vor allem auch weniger bekannte Gegenden sehen.

Diesmal war wieder einmal Cagnes-sur-mer an der Reihe, der nahe Nizza gelegene Ort an der französischen Riviera. Leider herrschte just an jenem Donnerstag, den 14. Jänner, absolutes Regenwetter, sodass die Rennbahn an der Côte d’Azur, 1960 eröffnet, nur äußerst spärlich besucht war, dies trotz hochkarätigen Rennprogramms.

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Quick Fix
Foto: Gerard Forni

Quick Fix

Pedigree Quick Fix
www.pedigreematching.com

Nicht weniger als 369.000 (!) Euro wurden in acht Rennen ausgeschüttet, Höhepunkt war der Prix de la Côte d’Azur um satte 150.000 Euro Preisgeld. Weiters stand mit dem Prix de Cagnes-sur-mer ein internationaler Bewerb um 50.000 Euro auf dem Programm, in dem der in österreichischen Besitz stehende Italiener Plutonio vorgenannt war, von seinem Trainer Vincent Martens aber letztlich nicht eingeschrieben wurde – sehr zum Leidwesen der Besitzer 

Bleiben wir beim Prix de la Côte d’Azur, der mit dem schwedischen Wallach Quick Fix den Favorit als Sieger sah. Dominic Locqueneux führte den Wallach zu einem letztlich recht sicheren Start-Ziel-Erfolg über Une de Bannes (Christophe Martens) sowie Riff Kronos (Franck Nivard), während etwa der Spanier Trebol als Siebenter wohl nur eine Vorbereitung auf den Prix d'Amerique erhielt.

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Gérard Forni,
einmal selbst fotografiert …

Alle Fotos, außer separat erwähnt: Nikolaus Matzka

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Auch im Winter:
Essen am Strand der Promenade des Anglais in Nizza

Somit gleich zum Sieger: Quick Fix, der nach diesem Sieg nur noch einmal an den Start gelangte und in der Hand von Adrian Kolgjini in Vincennes in der Entscheidung fehlerhaft agierte, wurde nicht nur zu Travrondens Pferd des Monats gewählt, sondern war auch das erfolgreichste Zuchtprodukt 2015 der schwedischen Parade-Zuchtstätte Menhammar Stuteri (schwedischer Züchterchampion neun Mal en suite seit 2007) von Margareta Wallenius-Kleberg – eine der reichsten Personen Schwedens dank der Reederei ihres Vaters Olof Wallenius –, dies vor den Stuten Timbal und Tunika.

Quick Fix, von Lutfi Kolgjini trainiert, ist ein wahres Menhammar-Eigenerzeugnis. Der Vater des Wallachs ist From Above, Eliloppet-Sieger 2003, sehr erfolgreicher sowie mit einer Decktaxe von 33.000 Schwedenkronen äußerst günstiger Deckhengst auf seiner Heimatfarm, Nachfolger seines legendären Vaters Zoot Suit. Quick Fix ist augenblicklich drittgewinnreichster Traber seines Vaters nach dem leider schon eingegangenen Marshland sowie Orecchietti.

Eine wahre Schatztruhe ist die Mutterlinie von Quick Fix (Mutterstuten von Menhammar). Seine Mutter Glued ist eine Tochter der Bonefish-Tochter Trapped, Mutter von Marshland und der legendären Traffic Jam, Mutter von Kramer Boy. Dies ist die US-Mutterlinie der Lizzie Witherspoon, neben Kramer Boy Heimstätte von Trabern wie Evita Broline, Armbro Fling, Crown’s Invitation, Armbro Monarch, Bullville Victory, Promising Catch, Triple T Storm, Scarlet Knight, Duke Of York, Pizza Dolce sowie deren Tochter Bella Dolce, Southwind Allaire, Judge Joe, Manofmanymissions, Habitat, Quid Pro Quo, Schwedens „Traber des Jahres” 2015 Delicious sowie dem Pacer Gallo Blue Chip mit über 4 Millionen Dollar an Gewinnen.

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Das erfordert Mut ...

Selbstverständlich ist dies auch die Linie der legendären Impish, in früheren Tagen stammten Pferde wie Duke Rodney, der Deckhengst Pay Dirt, Carlisle sowie die absolute Legende Nevele Pride aus ihr.

An diesem Tag trafen wir auch unseren französischen Freund und Fotografen Gérard Forni bei seinem – diesmal eher mühsamen – Handwerk. Gérard ist ein absolut alter Hase in der Branche, er arbeitete von 1985 bis 2013, also nicht weniger als 38 Jahre, für die französische Fachgazette Paris Turf, seitdem ist er als selbständiger Fotograf unterwegs und versorgt ganz Europa – inklusive Krieau Aktuell – mit seinen Traberfotos. Sein Befund den französischen Trabrennsport betreffend ist nicht der allerbeste, aber dies ist sicher Jammern auf sehr hohem Niveau. Für ihn waren Ourasi und Varenne – trotz Ready Cash oder augenblicklich Bold Eagle – die letzten wahren großen Champions der Rennbahn ...







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© Nikolaus Matzka 2013–2017