Daisy Hanover (3)

Chocolate Qui gewinnt das „Mautner”!


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Chocolate Qui und Hansi Lichtenwörther sind im „Mautner” deutlich voraus.   www.pferderennfoto.at

Nach unseren Artikeln über die geniale Linie der Daisy Hanover in Österreich bzw. deren erstaunliche Fortsetzung seitens ihres Importeurs Ing. Roman Quidenus dank Chocolate Qui, können wir nach relativ kurzer Zeit tatsächlich von einem großen Erfolg berichten. Wir erinnern uns: Die Nachfahren der in den frühen siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts importierten Daisy Hanover berherrschten die Zuchtrennen vor allem in den 80ern beinahe nach Belieben. Später trat Züchter und Besitzer Roman Quidenus erheblich kürzer und hat augenblicklich nur mehr eine aktive Zuchtstute, Bounty Qui (die er an sich auch verkaufen wollte, doch kam dieser Deal letztlich nicht zustande). Vergangenes Jahr trafen wir Quidenus auf seinem Gestüt im niederösterreichischen Untersiebenbrunn, an der Hand eine impulsive Jährlingsstute namens Chocolate Qui. Diese Stute machte ihrem Besitzer wieder große Lust auf Rennen, Quidenus aktivierte seine Amateurfahrer-Lizenz und hatte den Plan, endlich auch als Fahrer ein Zuchtrennen zu gewinnen (was bislang nie gelang, zumal er in den großen Zuchtrennen praktisch immer Profis wie Johann Scherber und später Franz Konlechner die Arbeit machen ließ).

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Große Freude bei der Siegehrung bei Ing. Roman Quidenus (l.)
www.pferderennfoto.at

Ein Jahr später. Chocolate Qui qualifizierte sich mit Roman Quidenus im Sulky als erste Zweijährige des Jahrgangs 2012 am 3. August in Baden in feinem Stil. Das Zweijährigen-Zuchtrennen in Baden Ende August kam, wie leider zu erwarten (auch) aufgrund der kleinen Jahrgänge, nicht zustande, sodass die Krone der Zweijährigen im Magna Racino am 19. Oktober um 20.000 Euro das erste (und auch höchstdotierte) Zuchtrennen für die Youngsters war. Quidenus nahm wieder hinter Chocolate Qui Platz, die Stute beging jedoch einen Startfehler, der sie weit zurückwarf, dennoch konnte sie noch das sechste Geld erlaufen. Nach einem äußerst zufriedenstellenden Probelauf in Wien entschied Quidenus, dass Chcolate Qui im traditionellsten Zweijährigen-Rennen Österreichs, dem Theodor Mautner-Markhof-Gedenkrennen (15.000 Euro), von ihrem Trainer Johann Lichtenwörther gesteuert werden sollte. Die Maßnahme erwies sich als goldrichtig, Lichtenwörther steuerte die Stute bald an der klar favorisierten „Krone”-Siegerin Rareza (Josef Sparber) vorbei und siegte in der formidablen Zeit von 1:17,6 über 1600 Meter in unangefasster Haltung.

Chocolate Qui

Pedigree Chocolate Qui
www.pedigreematching.com

Eine tolle Sache, nach doch sehr vielen Jahren Pause sofort wieder an alte Erfolge anschließen zu können. Interessant ist natürlich auch die neue Konstellation der Butlinien bei Chocolate Qui. Ihre Mutter Bounty Qui, enorm talentiert aber aufgrund einer schweren Verletzung letztlich nie auf der Bahn, stammt vom Italiener Uronometro ab, deren Mutter Diana Qui vom Franzosen Larabello. Bedenkt man, dass Larabello (v. Sabi Pas), der sich in der Zucht freilich nicht durchsetzte (als Muttervater von Trabern wie Acclaim, Eastender, Ever Jet, KLM Prelong, Shoguns Crispi oder Dakota Qui jedoch durchaus Spuren hinterließ), in seinen Genen über 82% Franzosenblut führt und auch Uronometro über seinen Vater Lemon Dra 13% französisches Blut einbringt, ist Quidenus von seiner alten Erfolgszucht, die praktisch stets 100% US-Blut hieß, doch stark abgekommen. Folgerichtig hat er sich dann aber wieder für einen Stallion mit reinem Standardbred-Blut entschieden, wie Uronometro war auch Algiers Hall auf der leider nicht mehr existenten Scuderia Orsi Mangelli aufgestellt. Die ältesten Nachkommen des Conway-Hall-Sohnes aus der American-Winner-Stute American Wish und weiterführend aus der fantastischen US-Mutterlinie der Minnehaha sind heuer dreijährig, in Italien liegt er mit seinen Dreijährigen an 24. Stelle im Hengste-Klassement, seine Zweijährigen sind hingegen bereits an zehnter Stelle auszumachen. In Deutschland soll sein einziger Nachkomme des Jahrgangs 2011 erwähnt sein, der Hengst Sono IO 1:14,0, in Österreich sind seine Ältesten zweijährig, acht seiner Nachkommen gibt es in diesem Jahrgang 2012.


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© Nikolaus Matzka 2013–2017