Daisy Hanover (2)

Roman Quidenus startet wieder durch

Wie es auch hier der Zufall wollte, trafen wir kürzlich Ing. Roman Quidenus in dessen Gestüt im niederösterreichischen Untersiebenbrunn. Der „Importeur” von Daisy Hanover, die ja einen so großen Nachhall in Österreichs Trabrennzucht hinterließ, hatte sich in den letzten Jahren punkto Rennsport sehr rar gemacht und nur mehr hobbymäßig mit einer Stute „seiner” Linie weitergezüchtet. Nun erzählte er uns, dass ihn das Zucht- bzw. Rennfieber wieder gepackt hätte und er in kleinem Rahmen wieder durchstarten wolle.

Die älteste Hoffnung dabei ist die Jährlingsstute Chocolate Qui, eine Tochter des in Italien zu vergleichsweise günstigen Bedingungen deckenden Conway-Hall-Sohnes Algiers Hall aus jener Stute, die sich Quidenus für seine aktuellen Zuchtüberlegungen behalten hat, Bounty Qui.

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Ing. Roman Quidenus mit seiner Jährlingsstute Chocolate Qui (Algiers Hall – Bounty Qui – Uronometro).   Foto: Nikolaus Matzka

Zu dieser erzählte uns Quidenus, dass sie sich zweijährig durch enorme Schnelligkeit hervorgetan hatte, aufgrund einer schwereren Verletzung jedoch nie an den Start gelangte. Das Potential, für den Züchter vor allem durch die Einpflegung des Italieners Uronometro ins Pedigree ersichtlich, sollte jedoch nicht ungenutzt bleiben und so wurde Bounty Qui eben zweimal von Algiers Hall gedeckt, nach Chocolate Qui gibt es ein Stutfohlen namens Caramel Qui.

Die Jährlingsstute Chocolate Qui geht über Bounty Qui (v. Uronometro), Diana Qui (v. Larabello), Dona Qui (v. Proven Freight) und Dona Vic (v. Proud Vic) auf die 1972 nach Österreich gelangte Amerikanerin Daisy Hanover (v. Speedy Count) zurück, dies ist also schon die fünfte Generation der Gründerin einer der erfolgreichsten „österreichischen” Mutterlinien der Neuzeit, de facto eines weiteren enormen Zweiges der erfolgreichsten Mutterlinie der Welt, jener der Medio (*1887).

Dabei ist durchaus interessant, dass sich Quidenus gerade auch Diana Qui als Zuchtstute behielt. Der Grund liegt mit dem Franzosen Larabello als Muttervater auf der Hand, einer für einen „Trotteur Francais” sehr eleganten Erscheinung und der damaligen (wie heutigen) Tendenz zu franko-amerikanischem Züchten verpflichtet. Zudem brachte Diana Qui als Erstling den hochtalentierten Dakota Qui 1:15,2 (v. Awesome Goal), sodass diese Konsequenz auf der Hand lag.

Bei Chocolate Qui wurde hingegen wieder auf einen reinen Amerikaner als Vatertier zurückgegriffen. Bei unserem Besuch präsentierte sich die Stute als äußerst impulsiv, man war durchaus an einen Vollblüter erinnert. Bleibt Roman Quidenus zu wünschen, dass die Stute diese Impulsivität in geordnetem Maß auch auf die Rennbahn bringt. Schön jedenfalls, dass die österreichische Zucht, die ohnehin jedes Fohlen wie einen Bissen Brot benötigt, auch wieder auf die Traditionsstätte der „Qui”-Traber zurückgreifen kann.

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Handgemaltes Schild des größten Zuchterfolges von Roman Quidenus.   Foto: Nikolaus Matzka

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© Nikolaus Matzka 2013–2018