Zwei Auktionen in Schweden & Frankreich

Kolgjini Sales & Arqana Trot

In Schweden (30. August) und Frankreich (4. bis 6. September) fanden zwei vielbeachtete Auktionen statt, in denen es vorrangig um Traber im Jährlingsalter ging. Auf jener von Lutfi Kolgjini in Vomb vor dem Derby-Wochenende in Malmö-Jägersro kamen 72 Jährlinge zur Präsentation und wurden teilweise zu – für schwedische Verhältnisse – fantastischen Preisen verkauft. Auf der von Arqana Trot im westfranzösischen Deauville waren es nicht weniger als 511 Jungtraber, die zur Versteigerung gelangten.

Kolgjini Lutfi 2013 01 Pari

Lutfi Kolgjini konnte zufrieden sein.
Foto: Gerard Forni

Die erstaunliche Anzahl von 16 Jährlingen wurden bei den Kolgjini Sales 2013 um 1.000.000 Schwedenkronen (ca. 115.000 Euro) oder mehr verkauft. Teuerster Jährling zu einem Preis von 1.600.000 SEK (ca. 183.000 Euro) war der Hengst Carmine Am (Muscle Hill a.d Klassestute Alltid V.G. 1:12,2 – 1,9 Mio SEK v. Spotlite Lobell), weitere vier Jährlinge hatten ebenfalls Muscle Hill zum Vater, der trotz eines keineswegs berauschenden Starts seiner heuer erstmals auf der Bahn erschienenen Zweijährigen offenbar einen großen Vertrauensvorschuss besitzt. Nicht weniger als neun Jährlings-Millionäre stellte Viking Kronos, dies wohl vor allem aufgrund der Tatsache, dass es sich vermutlich um den letzten größeren Jahrgang des Spitzenvererbers gehandelt hat. Ansonsten fanden nur sein Sohn Going Kronos sowie Donato Hanover mit je einem Jährling Aufnahme in den Millionärsclub.

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Insgesamt wurden auf dieser Auktion 58 Jährlinge für 23.840.000 SEK verkauft, was einen Schnitt pro Pferd von 411.034 Kronen (knapp über 47.000 Euro) ergab. Das Ergebnis findet sich hier.

Ungleich mehr Jährlinge wurden in Frankreich angeboten. Von den letztlich 511 präsentierten Pferden kamen 359 unter den Hammer, nicht weniger als 8.807.500 Euro wurden für diese ausgegeben, was einen Schnitt von 24.533 Euro pro Jährling ergab.

In Deauville war ein Jungspund namens Chambord das teuerste Pferd, mit einem Gebot von 200.000 Euro gar nicht viel teurer als der Teuerste auf Kolgjinis Auktion, ein Sohn des Coktail-Jet-Hengstes Saxo de Vandel und Halbbruder zu Pferden wie Kinder Jet, Quaro und Avila. Die Schweden waren auch auf dieser Auktion sehr investitionsfreudig, Chemsak Vedaquais (Coktail Jet – Jupilles – Corot) um 160.000 Euro an den Stall Courant AB sowie Joke-Face-Halbbruder Colbert d'Am (Goetmals Wood – Kalmie Melody – Full Account) um 150.000 Euro an Lutfi Kolgjini gehörten zu den teuersten Trabern der Auktion.

Chambord-Luck Jean-13

Chambord mit seinem neuen Besitzer Jean Luck (l.).
Foto: Gerard Forni

Bei den Deckhengsten war der vielfache französische Championhengst Coktail Jet am erfolgreichsten, seine 11 Nachkommen brachten durchschnittlich 70.455 Euro pro Pferd ein. Gefolgt erstaunlicherweise von Defi d'Aunou, der allerdings nur einen Nachkommen im Ring hatte, der um 58.000 Euro wegging. Dritter in dieser Statistik wurde Jag de Bellouet (54.800 Euro im Schnitt) vor Gietmals Wood (48.692 Euro) sowie Saxo de Vandel mit 48.400 Euro pro Pferd. Unter den ersten 10 auch noch Ready Cash, Love You, The Best Madrik (mit großem Abstand erfolgreichster „neuer” Hengst mit dem ersten Jahrgang auf einer Auktion), Sam Bourbon sowie Gazouillis. Nach Jährlingen von Timoko suchte man auf der Auktion übrigens vergebens, da dessen älteste Nachkommen 2013 erst im Fohlenalter sind und erst nächstes Jahr auf die Auktion gelangen. Timoko hat heuer 100 französische Stuten sowie unzählige Stuten aus europäischen Traberländern gedeckt. Das Ergebnis der Veranstaltung gibt es hier

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